Zum Nachdenken
Was hätte meine Mutter dafür gegeben,
hätte sie leben dürfen mein Leben.
Ich habe mit Kämpfen meine Ausbildung erreicht
Bei ihr hat es nur zur Schneiderin gereicht.
Die Wohnung im 4. Stock ohne Lift ,
war für sie, eine Herzkranke Gift.
Waschen in der Wanne, mit Händen gewunden
Bis sich endlich eine Wäscheschleuder gefunden.
Was hätte sich meine Großmutter gefreut,
könnte sie ihre sie ihr Leben leben heut.
Die Wohnung im viertem Stock unterm Dach
Kein Wunder auch ihr Herz war sehr schwach.
Im Sommer zu heiß , im Winter zu kalt.
Leider wurde meine Großmutter nicht alt.
Meine Mutter erzählte ,der Waschtag ein Graus,
Da mußt sie mit Oma um 5 Uhr Früh raus.
Und dann hieß es kräftig den Rücken verbiegen,
Mit Waschbrett und Bürste die Wäsche hinkriegen
Gehen wir in der Zeit zurück,
Zeigt sich dann das große Glück
Dass wir Frau`n von heute sind,
Das beginnt ja schon als Kind
Mädchen dürfen störrisch sein.
Doch das ist es nicht allein:
Staubsauger , Seniorenbett
Waschmaschine , Internet,
Tiefkühlkost und Schule gehen,
auch viel fremde Länder sehn.
Wolln den Kühlschrank nicht vergessen,
denn so hält sich frisch das Essen.
Vieles macht uns`s Leben leicht.
ja wir haben viel erreicht.
Plagt dich heut ein Zipperlein.
Wirf schnell ne Tablette ein.
Doch so wars in alten Tagen
Schmerzen musstest du ertragen.
Aufmümpfige Frauen das war bekannt,
wurden gleich alsHexen verbrannt.
Vom Arbeitsleben in das Grab,
Es damals keine Rente gab
Wenn mich ne Alterskrankheit plagt.
will ich die letzte sein die klagt
Die Schuld dem hohen Alter geben
DENN ICH DARF ES JA ERLEBEN

5 Kommentare:
Wow .. wie wahr ...
Schön gedichtet ... ich schreibe dir gleich eine Mail ...
Jutta
Liebe Sonnenblume,
nun finde ich endlich auch hierher. Schön hast Du das Gedicht für Deine Mutter geschrieben!
Meine Mutti war und ist da ganz anders - sie war Vollblut-Mutti und ging nur eine Zeitlang notgedrungen erwerbsarbeiten. Nie hätte sie freiwillig arbeiten gehen wollen und hat ihren Haushalt mit allem Drum und Dran mit Hingabe erledigt. Eine schönere Aufgabe gab es für sie nicht. Aber wie das eben so geht im Leben, manchmal ist man gezwungen, arbeiten gehen zu müssen, auch als Ehefrau.
4. Stock ist freilich hoch für einen alten kranken Mensch. Doch solange man gesund ist, ist das Fitnesstraining. Meine Mutti wohnt im Ersten und hat Fahrstuhl, insofern wirklich im Voraus schon weise ausgesucht. Aber da hatte sie halt auch Glück, denn viele Häuser müssen ohne Fahrstuhl auskommen.
Das Waschen per Hand hat meine Mutti auch sehr lange praktiziert. Eine Waschmaschine bekamen wir erst ziemlich spät. Ihr hat das allerdings nichts ausgemacht, damals war sie ja noch gesund.
Ich war da schon immer gaaaanz anders, habe das Waschen und die "niederen"§ Hausarbeiten eher gehasst ;-) Obwohl auch ich gern Zuhause bei meinen Kindern war, denn den Stress einer zusätzlichen Fronarbeit (sprich Erwerbsarbeit) wollte ich mir nicht antun müssen, ich brauchte es schließlich auch nicht. Hobbies hatte ich genug und der Tag hat dennoch nie gereich tmit seinen 24 Stunden ;-) Zumal ich mich auch da schon jahrelang um die alten kranken Schwiegereltern mit kümmerte.
Tja - ich erinnere mich noch gut an die "Grüne Welle" oder Alternativbewegung - diese Leute in den 70er Jahren so ungefähr wollte aussteigen oder das, was man so nennt und das bedeutete eben mit dem ersten Hahneschrei aufzustehen, mit Mühe den Garten oder Acker bestellen, so ein Selbstversorgerdasein ist hart! Aber das wollten die freiwillig so. Manche haben es auch durchgehalten, andere gaben vorzeitig auf. ;-) Wenn man etwas freiwillig gern tut, ist es ganz etwas anderes, als wenn man dazu gezwungen ist und einem keine andere Wahl bleibt.
Ich finde aber, Frauen von heute ist so eine Redensart ... denn es gibt doch genug Frauen, die auch kaum eine andere Wahl haben und die Schmutzarbeiten für die anderen wegmachen müssen. Wenn Du in manchen Blogs siehst, was da so geknipst, an Schönigkeiten hergestellt usw. wird - das geht doch nur, weil Putzfrauen während der Zeit die ganze Hausarbeit erledigen. ;-) Und DAS sind auch immer wieder NUR Frauen, die diese Arbeiten tun und zwar gering bezahlt! Denn wer bezahlt schon anständig? Jeder will nur haben, denkt nur an seinen Vorteil, aber nicht an die anderen Menschen (in diesem Falle Putzfrauen), wie es denen dabei geht!
Wenn dann da so eine Frau v.d.Ley.... als glorreiches Vorbild sich hinstellt, die nie einen Puztzlappen in der Hand hatte, die kann sich mit ihren vielen Kindern gut brüsten!" ;-) Wer aus so reichem Hause stammt!!! Aber ein Erwerbsleben anderen Frauen mit mehreren Kindern aufdrücken wollen, die diese Möglichkeiten nicht hatten, das finde ich dann doch ein bißchen sehr naiv!
Deine Zeilen regen zum Nachdenken an ... oft hab' ich z.B. auch über all diese modernen Errungenschaften nachgedacht, sie bringen andererseits aber auch wieder Arbeit und andere Nachteile mit sich. Nehmen wir nur mal den Kühlschrnank, der ja auch regelmäßig gereinigt werden muß. Dieses Problem hatten meine Großeltern nicht. Freilich lagerten sie auch nicht all die Waren, die es heute so gibt in größerem Umfange. Brauchten sie aber auch nicht und waren gesünder dabei als die Menschen von heute. Deshalb sehe ich diese Dinge zwiegespalten ... Mehr Technik kann eben auch krank machen, dann eben auf anderen Gebieten ...
Sicher möchte ich Waschmaschine, Spülmaschine auch nicht missen, aber ich sehne mich dennoch tief im Inneren nach einem anderen, viel einfacheren Leben! Die Umstände allein verhindern das derzeit (noch?) ... Mit viel weniger Dingen/Gegenständen um mich herum, mehr Zeit und weniger Stress und vor allem viel weniger Technik, einfach in einer Berghütte ... ob ich auf elektrischen Strom ganz verzichten wollte, glaube ich nicht, aber eben doch sehr viel einfacher als wir derzeit leben. Das umzuzsetzen, ist allerdings für viele nahezu unmöglich geworden. Doch das fände ich den wahren Luxus, ein Mehr an Zeit = Lebensqualität! Schau' mal, was ich in der Vergangenheit über die Nearings schrieb, die annähernd so lebten, wie ich das meine.
http://herz-und-leben.blogspot.de/2013/09/ein-gutes-leben-anno-1930.html
Sie waren zwar privilegiert und konnten monatelang reisen, aber einen Großteil des Jahres lebten sie so, ganz einfach, als Selbstversorger! Das hält gesund! Einfache Nahrung, selbst angebaut ohne Tiere auszunutzen und ein Kühlschrank wurde bei dieser Lebensweise einfach nicht gebraucht. Obhwohl diese Leute, die aus sehr wohlhabenden Haushalten stammten, sich den locker hätten leisten können. Freilich - all die Leute, die nur in Mietswohnungen hausen in den Städten, die könnten sich nicht einmal so ein einfaches Leben leisten! Woher auch Grund und Boden dafür nehmen??? Selbst wenn sie auf alles, vieles verzichten wollten, aber die Voraussetzung ist eben doch ein Stückchen Land, auf dem man sein Obst und Gemüse, evt. auch Getreide selbst anbauen kann. . . Somit haben viele nicht einmal die Chance, einfach und viel gesünder leben zu können, auch wenn sie es wollen . . .
Danke jedenfalls für Deine lieben Zeilen in meinem Blog und auch für diese anregenden Gedanken! Und nun wünsche ich Dir erst einmal ein Gesegnetes Weihnachtsfest und einen guten gesunden Rutsch in das Neue Jahr 2014!
Mit lieben Grüßen in die Ferne, wo immer Du jetzt auch bist
Sara
Nur nochmal kurz - damit wir uns nicht missverstehen:
Ich finde eine Ausbildung für Mädchen/Frauen natürlich immens wichtig, aber jede Frau sollte selbst entscheiden, ob sie später als Mutter berufs- bzw. erwerbstätig sein will. Denn wenn Mann und Frau sich einig sind, reicht auch ein Einkommen als Familien-Einkommen. Es gibt außerdem genug Dinge, die frau tun kann, z.B. ehrenamtliche Arbeit neben der Familienarbeit, so sie denn ausreichend Zeit dafür finden kann, das ist ja bei jeder Familie anders ...
Alles Liebe nochmal
Sara
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